BALI | Kuta

Nach ungefähr 15 Minuten Fahrt mit dem Taxi kamen wir am Hotel Matahari an und waren eigentlich positiv überrascht von der Unterkunft, die wir dort bekamen.

Das Zimmer war geräumig, hatte Klimaanlage und war recht sauber. Der Preis lag mit 14 US-$ zwar weit über dem, was wir eigentlich ausgeben wollten, aber für die ersten beiden Nächte war es in Ordnung.
Neben einer sehr schön gestalteten Gartenanlage sorgte auch der Pool für die nötige Entspannung und war ein wohltuender Kontrast zum hektischen Straßenleben von Kuta.
Den Trubel in Kuta mag man lieben oder man zieht schnellstmöglich weiter in ruhigere bzw. ursprünglichere Gebiete, die einem mehr vom "wirklichen" Bali vermitteln. Wir entschlossen uns am dritten Tag in Richtung Inselinneres weiterzuziehen.
Die idyllische Ruhe, die viele Bilder zu vermitteln scheinen, findet man in Wirklichkeit leider nur sehr selten. Wenn man durch die Straßen läuft vergehen keine zwei Minuten in denen man nicht auf "transport" oder "have a look" angesprochen wird. Anfangs wurden wir regelrecht mit allen möglichen Angeboten überhäuft - recht schnell bekommt man aber ein Gespür, wie man damit umzugehen hat.

Die soziale und wirtschaftliche Situation in Indonesien macht es für die meisten Leute erforderlich, ihren Lebensunterhalt durch mehrere Einkommensquellen zu bestreiten. Man hat das Gefühl dass die ganze Stadt, in der man sich gerade aufhält, aus einem dichten Netz verflochtener Beziehungen besteht. Jeder scheint irgendjemand zu kennen, der einen an jeden erdenklichen Ort bringen kann oder genau das hat, was man sucht. Nach kurzer Zeit merkt man aber, dass dahinter nicht nur reine Freundlichkeit steckt, sondern ein undurchschaubares wirtschaftliches System, das auf Provisionsbasis beruht.

Manchmal ist es traurig zu sehen, wie die Indonesier sich und ihr Land verkaufen - oder es zumindest versuchen. Da auf Bali der Tourismus die größte Einnahmequelle darstellt, ist alles auf dieses "Objekt Tourist", als das man sich oft fühlt, abgestimmt. Wenn man aus dem Bus aussteigt, werden einem schon von mindestens 10 Leuten Hotel-Angebote gemacht. Und wenn man keinen Namen von einer anderen Unterkunft nennen kann, zu der man möchte (oder die man am besten schon vorher gebucht hat), dann lassen sie auch so lange nicht locker, bis man sich für ein Angebot entschieden hat.

Selbst am Strand oder in Restaurants ist man vor den Straßenverkäufern nicht sicher, die sich mit fast schon bewundernswerter Geduld und Hartnäckigkeit vor einem aufbauen.

Aber nach ein paar Tagen hatten wir uns schon mehr oder weniger an die ständige Beobachtung der ausschauhaltenden Verkäufer gewöhnt. Und es bleibt einem eigentlich auch nichts anderes übrig, als sich damit auseinander zu setzen. Schade ist nur, dass es dadurch nicht einfach ist, wirklich etwas über die Leute und die Probleme, die das Land zur Zeit hat, zu erfahren. Von einigen Guides auf den verschiedenen Touren, die wir gemacht haben, konnten wir aber dennoch einiges über die derzeitige Situation erfahren, obwohl es meistens gar nicht so einfach ist, als Fremder eine politische Äußerung eines Indonesiers zu bekommen.

Karte

Bali I - Kuta

Fotos

Letzte Änderung: 08.06.2011